- Offenes (Familien-)Gespräch (auf Augenhöhe)
Zuhören statt bewerten. Zuerst klären: "Was ist Dir wichtig? Was ist mir wichtig?"
- 14-Tage-Pflegetagebuch „light“
Morgens/Mittags/Abends/Nachts kurz notieren: Welche Hilfe wird wie oft benötigt? Wie aufwendig ist das?
Nutzen Sie die Ampel-Logik: Grün = dauerhaft machbar · Gelb = befristet/mit Hilfe · Rot = extern lösen.
Als strukturierte Vorlage eignet sich das barrierefreie Pflegetagebuch des SoVD. (Download am Ende der Seite)
- Kapazitätscheck für Angehörige
Wieviel Zeit pro Woche ist realistisch (ohne auf Dauer zu überfordern)? Wer kann mitziehen (Partner/Partnerin, Geschwister, Nachbarn) – verlässlich und planbar? Was sind Ihre nicht-verhandelbaren Grenzen (Nachtpflege, Intimpflege, medizinische Maßnahmen)? Jede/r sollte realistische Wochenstunden eintragen (inkl. Fahrten/Telefonate) – plus seine Grenzen klar benennen.
- Sicherheitsrundgang zu Hause
Sturzfallen, Bad, Licht, Herd, Medikamente – Sofortmaßnahmen gemeinsam festlegen (z. B. Nachtlicht, rutschfeste Matte, sichtbarer Medikamentenplan). Hilfreich sind einfache Pflegehilfsmittel; viele technische Hilfen können leihweise überlassen werden.
Neutrale Beratung einbinden und rechtliche Rahmenbedingungen klären
Kontakt zum Pflegestützpunkt und – je nach Lage – zur Hausärztin/zum Hausarzt bzw. einem Pflegedienst aufnehmen. Der Pflegestützpunkt unterstützt bei Anträgen, Übergangslösungen und einem Versorgungsplan und führt auch die erforderliche Pflegeberatung nach §37 Abs.3 SGB XI durch.
Wenn es naheliegt: Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragen – das geht formlos, auch telefonisch.Vereinbarkeit mit Beruf prüfen
Sprechen Sie früh mit Ihrem Arbeitgeber über kurzfristige Auszeiten und flexible Modelle (z.B. Gleitzeit, Homeoffice-Anteile, Tausch von Diensten). Gesetzliche Möglichkeiten (je nach Situation und Arbeitgebergröße) sind z. B.:
Akut-Pflegezeit / kurzzeitige Arbeitsverhinderung (bis zu 10 Arbeitstage) mit Pflegeunterstützungsgeld über die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person.
Pflegezeit (zeitweise vollständige oder teilweise Freistellung, befristet) und Familienpflegezeit (reduzierte Arbeitszeit).
- Im Anschluss: Aufgaben verteilen & klein starten
Wer übernimmt Grün, was braucht bei Gelb Unterstützung und Rot wird extern organisiert (z. B. ambulanter Dienst, Tagespflege). Kleine, reversible Maßnahmen einige Zeit testen.
Tipp: Sie dürfen nachjustieren. Was heute passt, darf sich morgen ändern.