Pflege durch Angehörige
Wie finde ich heraus, ob und in welchem Umfang ich die Pflege eines Angehörigen realistisch leisten kann? Diese und viele weitere Fragen stellen sich, bevor Sie die Pflege eines nahen Angehörigen übernehmen. Wichtig ist, die Wünsche des Angehörigen (z. B. Zuhause bleiben) mit Ihren eigenen Möglichkeiten (Zeit, Beruf, Familie, Gesundheit, Kosten) ehrlich abzugleichen. Nehmen Sie sich dafür bewusst Zeit – frühzeitig und ohne Druck.
- Offenes (Familien-)Gespräch: Wünsche klären: Zuhören statt bewerten. Zuerst klären: "Was ist Dir wichtig? Was ist mir wichtig?"
- 14-Tage-Pflegetagebuch „light“: Bedarf prüfen: Kurz notieren: Welche Hilfe wird wie oft benötigt? Wie aufwendig ist das?
- Grenzen - Belastung klären: Wieviel Zeit pro Woche ist realistisch? Wer kann mitziehen (Partner/Partnerin, Geschwister, Nachbarn) – verlässlich und planbar? Wo sind Grenzen (Nachtpflege, Intimpflege, medizinische Maßnahmen)?
- Sicherheit - Wohnung prüfen: Gibt es Sturzfallen? Risikofaktoren: Licht, Bad, Herd? Hilfsmittel und techn. Hilfen prüfen
- Hilfe - Beratungsmöglichkeiten wahrnehmen: Pflegestützpunkt oder compass Beratung kontaktieren. Pflegegrad beantragen
- Beruf - Möglichkeiten betrachten: Frühzeitig mit dem Arbeitgeber über kurzfristige Auszeiten und flexible Modelle (z.B. Gleitzeit, Homeoffice-Anteile, Tausch von Diensten) sprechen und gesetzliche Möglichkeiten (zB. Akut-Pflegezeit oder Familienpflegezeit) prüfen.
- Umsetzung starten: Aufgaben verteilen und kleine, reversible Maßnahmen einige Zeit testen
Nutzen Sie die Ampel-Logik: Grün = kann ich selbst machen · Gelb = befristet/mit Hilfe · Rot = sollte ein Profi (zB. Pflegedienst) übernehmen
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